Für die Heilige Woche und darüber hinaus

Die Citypastoral Bonn hat wieder ein Fastentuch herausgegeben. Es wurde gestaltet von dem Künstler Norbert Bach und hängt im Bonner Münster. Es ist auch im Internet zu finden und es gibt Postkarten und Poster im Münsterladen Bonn zu kaufen. Dieses Kreuzbild ist für alle franziskanischen Menschen das sprechende Zeichen schlechthin. Vor diesem Kreuz bekam Franziskus endlich nach langem Suchen und fragen Klarheit über seinen Auftrag. Er hörte die Stimme:

"Franziskus, baue meine Kirche wieder auf!"

Franziskus nahm es wörtlich und baute zunächst die verfallende Kapelle von San Damiano wieder auf, in der das Kreuz damals über dem Altar hing. Er spürte aber bald, dass sich der Auftrag auf eine ganz neue Lebensweise erstreckte. Vor 800 Jahren, am 24. Februar 1208, am Fest des heiligen Matthias, hörte er das Evangelium an und es fiel ihm die Stelle ins Herz: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe was du hast, gib das Geld den Armen und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! (Mk 10,21) Franziskus jubelte: "Das ist es was ich wünsche, das ist was ich suche, das ist es, was ich von ganzem Herzen ersehne!"

Das Kreuz selbst spricht über das Leiden des Karfreitags hinaus die Botschaft unserer Erlösung. Der Herr ist nicht tot, er lebt. Das Dunkel hinter seinen ausgestreckten Armen ist das leere Grab. An den Balkenenden zwei Gestalten, Petrus und Johannes, die zum Grabe eilten und Zeugen des leeren Grabes sind. Unter seinen Armen jeweils zwei Engel. Engel hatten im Passions- und Auferstehungsgeschehen immer wieder zu tun. Zur Rechten und Linken Jesu stehen die ersten Zeugen der jungen Kirche: Seine Mutter, Johannes, die Frauen, der Hauptmann, der seine Gerechtigkeit bezeugte. Oben sehen wir den Herrn zum Himmel auffahren, von Engeln empfangen und von der Hand des Vaters beglaubigt. Und so wird er wiederkommen; mit den Engeln des Himmels.

Der Künstler hat dieses Kreuz in ein Labyrinth gestellt.

Ein Labyrinth ist nicht gleich "Irrgarten", der viele Kreuzungen und Sackgassen kennt. In einem Labyrinth glauben wir uns oft in der Mitte angekommen, doch oft sind wir dem Anfang scheinbar wieder näher als der Mitte. Gehen wir  jedoch unverdrossen weiter, kommen wir zur Mitte. Dort ist eine Umkehr und Richtungsänderung notwendig, sie ist Zeichen für Tod und Wiedergeburt zugleich. Ohne Umkehr gibt es keinen Weg zurück.

Die sechs Zeichen, die das Kreuz umgeben, in der Deutung des Künstlers:

Sie sind wie Wegmarken, die nicht nur den Weg des Franziskus bezeichnen. Fangen wir links unten an, sie zu lesen: - Wer sucht und fragt hat offene Augen und Sinne, um alles gewahr zu werden. - Liebe will getan werden, wer anderen die Hand hinstreckt wird selbst gehalten. - Franziskus hatte ein eigenes Gebet, dass Gott die Finsternis seines Herzens erleuchten möge. Sie ist die tiefste Finsternis. Die zu durchdringen ist selbst für Gott oft nicht leicht. Manchmal muss er sich auf Umwegen oder langsam und vorsichtig dem Herzen nähern damit es bereit werde Licht empfangen und sehen zu können. - Kirche aufbauen - das ist ein Ort von Geben und Nehmen, der Raum, in dem das Zeugnis wachsen kann. - Wenn sich eine Hand am Brunnen mit Wasser füllt, wird es bald darüber hinaus strömen. Wer ganz mit Gott gefüllt ist, wird verschwenderisch im Geben. – MITLEIDEN – Wer leidet, der ist zuweilen schutzlos wie ein Embryo. Wer mitleidet, der gibt dem Leidenden Raum und Geborgenheit.

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