Ein Weg des Glaubens und der Mission

In der Stadt Tainan in Taiwan trafen sich im Januar 2009 über 30 Schwestern aus allen unseren Provinzen: den USA, Brasilien, Namibia, Deutschland, Taiwan, Philippinen. Hauptthema war die Neu-Strukturierung der Kongregation angesichts der Überalterung der Schwestern in den westlichen Provinzen, der Verjüngung durch chinesische und vietnamesische Berufe in der asiatischen Provinz und angesichts der großen Veränderungen in Kirche, Gesellschaft und Welt. Da stellt sich die Frage nach der Bedeutung des Ordenlebens und der Mission in der Welt von heute für uns Ordensfrauen ganz neu.

Es besteht der Wunsch, die Kräfte der Provinzen und ihre Ressourcen zu bündeln, schwächere Provinzen zu stärken, Provinzgrenzen zu sprengen und zu einer Einheit zusammen zu wachsen. Die Neu-Strukturierung soll neues Leben in die Kongregation bringen. Unsere Strukturen sind jedoch nicht das Ziel, sondern es geht darum, dass wir für unsere Gemeinschaften den notwendigen Lebensraum schaffen, damit unsere Mission gelingt. Und das geht heute nur noch gemeinsam. Das wiederum erfordert einen intensiven Prozess des Miteinandergehens, des Aufeinanderzugehens, des Aufeinanderhörens. Das fordert schließlich auch, unsere personellen und finanziellen Ressourcen zusammen zu legen. Orientierung in diesem Erneuerungs-Prozess ist unser Sendungsauftrag: Ständig bereit sein für die Sendung Christi durch ein Leben in kontemplativer anteilnehmender Präsenz für alle, vor allem unter denen, die es am nötigsten haben.

Während in Deutschland fast alle Frauen- und Männer-Gemeinschaften ihre Provinzen zusammen gelegt haben, stellt sich eine Zusammenlegung von Provinzen internationaler Gemeinschaften über Tausende von Kilometern hinweg, mit unterschiedlichen Sprachen und Kulturen, als sehr schwierig heraus. Im Vorfeld dafür gibt es bereits verschiedenste Formen der Zusammenarbeit, die jetzt intensiviert werden sollen: Im Zuge ihrer Ordensausbildung sollen die jungen Schwestern eine längere Erfahrung in einer anderen Provinz, also einer anderen Kultur und Sprache machen. Ziel ist, dass die Internationalität der Kongregation erfahren wird und Wege für eine Zusammenarbeit gerade unter den jüngeren Schwestern geschaffen werden. Aber auch für ältere Schwestern besteht die Möglichkeit, eine Erfahrung in einer anderen Provinz und Kultur zu machen. Neue Missionen werden nicht von einer Provinz alleine übernommen, sondern nur noch international besetzt. Beschlossen wurde, im Jahre 2009 in Angola unter Einsatz der verschiedenen Provinzen mit einer neuen Missionsarbeit zu beginnen. Die Schwestern in Namibia werden die Brücke zu dieser neuen Mission in Angola sein. Bis zum Generalkapitel 2010 erarbeiten die Provinzen Vorschläge für eine Neu-Strukturierung unserer Gemeinschaft, damit sie auch in Zukunft ihren Sendungsauftrag erfüllen kann. Gleichzeitig werden wir dann dass hundertjährige Jubiläum unserer Kongregation in Santarem am Amazonas feiern.

Sr. Gudula Thimm SMIC

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Amandus Bahlmann und Elisabeth Tombrock