Elisabeth Tombrock 1887 – 1938: "Helft mir danken!"

Vor 100 Jahren, am 15. August 1909, wurde in Lourdes unsere Ordensgründerin Elisabeth Tombrock, Mutter Immaculata von Jesus, von einer todbringenden Krankheit geheilt. Ihr Lebensthma war fortan: "Helft mir danken!" Nie erzählte oder schrieb sie von ihrer Heilung, ohne die Menschen einzuladen, mit ihr Gott und der Gottesmutter zu danken. Die Menschen legten am Tage ihrer Heimkehr die Arbeit nieder und strömten zum Dankgottesdienst in die Marienkirche. Ihre Geschichte bewegte Menschen so tief, dass sie zum Glauben zurückfanden. In Elisabeth Tombrock selber hinterließ ihre wunderbare Heilung eine unstillbare Sehnsucht. Hatte sie vorher um Heilung von ihrer Krankheit gebetet, so betete sie jetzt um Antwort auf die brennende Frage in ihr: "Gott, wofür willst du mich haben? "

Klarheit wurde ihr geschenkt, als unser Gründerbischof Amandus Bahlmann sie im Juli 1910 fragte: "Sind Sie bereit, mit mir an den Amazonas zu gehen und dort in der Erziehung der Jugend zu wirken?" Ihre Antwort war ein bereites "Ja" und ihr Gebet war: "Mutter, das hast du getan."

Die Bitte Elisabeth Tombrocks: "Helft mir danken!" ist für uns ein heiliger Auftrag, auch heute nach 100 Jahren die Geschichte ihrer wunderbaren Heilung zu erzählen, damit Gott geliebt und Menschen zum Glauben geführt werden.

Ihre Sr. Gudula Thimm SMIC

"Herr gib mir einen Beruf in dem ich Menschen glücklich machen kann"

Am 14. November 1887 wurde Maria Gertrud Elisabeth Tombrock als drittes Kind und einzige Tochter von Wilhelm Tombrock und seiner Frau Anna geb. Northoff in Ahlen geboren. Ihr Vater war Bäckermeister und betrieb eine Gastwirtschaft direkt hinter der Pfarrkirche St. Marien. Elisabeth verlebte zusammen mit ihren Brüdern Wilhelm und Josef eine behütete Kindheit.

Früh wurde sie durch die marianische Frömmigkeit ihrer Mutter geprägt. Sie hatte schon als Kind eine große Sehnsucht, Seelen zu retten. In ihrem Tagebuch schreibt sie später: "Ich wollte Priester werden, und zwar mit einer brauen Kutte, weil diese in die Welt gehen um Seelen zu retten."

Am 22. April 1900 ging Elisabeth zur ersten heiligen Kommunion. Am Abend des Festtages suchte sie noch einmal die Pfarrkirche auf und betete den Kreuzweg. Dabei bat sie: "Herr, gib mir Seelen! Gib mir einen Beruf, in dem ich Seelen glücklich machen kann". Mit 15 Jahren legte sie zum ersten Mal privat das Gelübde der Jungfräulichkeit für die Dauer eines Jahres ab.

Die Lehrerin

Nach dem Besuch der Schule ging Elisabeth Tombrock 1902 nach Münster, um Lehrerin zu werden. Sie studierte zunächst an der Präparandie, danach von 1904 bis 1907 am Lehrerinnen-Seminar. 1903 schon wurde sie Terziarin des Dritten Ordens des heiligen Franziskus und erhielt den Drittordensnamen "Maria Immaculata". Kurz vor Ende ihrer Studien erkrankte Elisabeth schwer und konnte den Unterricht nicht mehr besuchen. Sie wurde dennoch zur Abschlussprüfung zugelassen, die sie auch bestand. Am 18. Juli 1907 hielt sie das Abschlusszeugnis in der Hand. Sie konnte nun Volkschullehrerin werden. Von der Schulbehörde bekam sie ihre erste Anstellung in Mülheim/Möhne im Sauerland.

Erkrankung

Am 6. September 1907 begann sie mit dem Unterricht. Im Februar 1908 erkrankte die junge Lehrerin erneut, so dass sie Mitte Juli 1908 wieder nach Ahlen zurück musste. Am 26. September konnte sie den Unterricht zwar wieder aufnehmen, erkrankte aber erneut im Januar 1909.

Der Zeigefinger der rechten Hand schwoll mehr und mehr an und wurde rot-blau. Zur Behandlung wurde sie nach Ahlen in das Vinzenz-Krankenhaus eingeliefert. Es wurde bei ihr ein Kehlkopftuberkulose festgestellt, die auch auf die Lungen übergriff; zudem entwickelte sich eine Knochentuberkulose. der Zeigefinger der rechten Hand wurde amputiert.

Die Ärzte gaben Elisabeth Tombrock nur noch wenig Zeit zum Leben. Eine Aussicht auf Heilung bestand nicht. Die Ärzte wollten zudem in kurzer Zeit den rechten Arm amputieren.

Heilung in Lourdes

Bevor die Ärzte ihr den rechten Arm abnehmen wollten, entschied sich Elisabeth 1909, nach Lourdes zu pilgern. Hier, bei der Mutter Gottes, war sie sich sicher, würde sie Heilung finden. Doch keiner glaubte, dass sie die Reise überleben würde.

Es fand sich zunächst niemand bereit, sie zu begleiten. Aber mit ihrem festen Glauben an die helfende Fürsorge Mariens nahm sie die Schwierigkeiten auf sich. Und es fanden sich zwei Lehrerinnen, die sie auf der Reise nach Lourdes begleiteten, wo sie am 11. August ankamen, vier Tage vor dem Hochfest Maria Himmelfahrt, dem Tag, an dem sie geheilt werden sollte. Während der großen Sakramentsprozession am 15. August spürte sie plötzlich am ganzen Körper einen Kälteschauer, dazu ein Brennen in der kranken Hand. Sie war jedoch auch überwältigt von der Überfülle inneren Glücks - 20 Minuten lang. Danach konnte sie ihre Hand wieder ausstrecken. Sie war geheilt.

Missionsschwestern

Aktuelles

Spiritualität

Impulse

Missionsmagazin

kontinente

Ordensgründer

Amandus Bahlmann und Elisabeth Tombrock