Die erste Selige der Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes

Sr. Dulce lebt als Engel der Armen im Gedächtnis der Menschen von Salvador weiter und mit überwältigender Begeisterung erwarten sie den großen Tag. Den großen Akt wird der emeritierte Erzbischof von Salvador, Geraldo Kardinal Magella, vornehmen. Er hat die Seligsprechung beharrlich unterstützt und vorangebracht.

Salvador ist auch die Heimatstadt von Schwester Dulce, hier wurde sie 1914 als Tochter eines Zahnarztes geboren. Ihre Karriere abwärts begann sie mit etwa dreizehn Jahren. Eine Tante fand, dass sie allmählich für Windvogel steigen lassen und Fußball zu groß sei. Die Tante nahm sie mit in die Straßen der Armen, wo sie zu essen mitbrachten und den Menschen von Gott erzählten. In dieser Zeit, in der sie sich mit der Armut und dem Elend der Massen konfrontiert sah, wurde ihr Ordensberuf geboren und ihre ganz spezielle Berufung. Nach Abschluss der Schule studierte sie zunächst Pädagogik und wurde Lehrerin. Zum bestandenen Examen wollte der Vater ihr einen Wunsch erfüllen, doch sie sagte nur, ihr sehnlichster Wunsch sei es, Ordensschwester zu werden, der Vater gab schließlich seine Einwilligung. Achtzehnjährig trat sie in unsere Gemeinschaft, den Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes, ein. Zunächst war sie als Lehrerin tätig, doch ihr Herz war eigentlich immer bei den Armen in den Slums. Den Mitschwestern entging nicht, wo es sie immer wieder hinzog. Die Obern hatten ein Einsehen und befreiten sie vom Dienst in der Schule.

Schwester Dulce begann nun voller Freude ihre Armen systematisch zu versorgen. Sie war nicht ängstlich. Auf ihren Streifzügen durch die Armenviertel, hörte sie eines Abends den Schrei eines Jungen: "Schwester lass mich nicht auf der Straße sterben", da wusste sie  was sie tun musste. Um Platz für die Menschen zu schaffen, die sie aufsammelte, brach sie kurzerhand leerstehende Häuschen auf und brachte ihre Kranken darin unter. Als der Besitzer sie anzeigte und sie die Häuschen räumen musste, zog sie mit ihren Kranken unter die Bogen der Stadt, von dort jedoch wurde sie weggewiesen mit Hinweis auf die Touristen. Sie zog mit den Kranken in eine leerstehende Halle des Fischmarktes, doch auch hier war sie nicht geduldet. In ihrer Not bat sie die Oberin um ein Plätzchen für ihre Kranken, diese stellte ihr den Hühnerstall des Konvents zur Verfügung. Es war eben nur ein Stall, doch wenigstens musste sie nicht wieder verschwinden. Sie konnte nun daran gehen die Pflege ihrer Kranken und der Verlassenen zu organisieren. Zum Beginn waren nach eigenem Bekunden eine Seifenkiste, eine Petroleumlampe und ein paar Zangen für die Zahnbehandlung die erste Einrichtung für ihr Ambulatorium. Aus diesem Anfang wuchs das Hospital, für das sie den heiligen Antonius zum Patron wählte und ein mächtiger Patron war vonnöten.

Der Gouverneur stellte ihr nun endlich Geld für ihre Armenfürsorge zur Verfügung, bei den Geschäftsleuten bettelte sie unablässig, denn die Zahl der Menschen, für die sie zu sorgen hatte, stieg schnell und beständig an. Ihre Tür stand Tag und Nacht offen für jedermann, die durfte nie geschlossen werden. Es war ihr Grundsatz: "Diese Tür muss immer offen sein. Ich weiß, für viele ist es die letzte Tür, das ist es, warum ich sie nicht schließen kann."

Schwester Dulce leistete ein übermenschliches Maß an Mühen und Sorge für die ärmsten und Verlassensten der Gesellschaft, nur ihre maßlose Liebe zu Gott, ihr grenzenloses Vertrauen und ihr unerschütterlicher Glaube konnten ihr die Kraft dazu verleihen.

Sie hatte ein ausgesprochenes Organisationstalent, sie war praktisch und mit Weitsicht zapfte sie alle erdenklichen Hilfsquellen an und fand viele Menschen, die ihr halfen. Besonders fand sie in ihrer Nichte, Dona Maria Rita Lopes Pontes eine tatkräftige Managerin, die es bis heute versteht Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens für die Trägerschaft zu interessieren und im Verein mit Fachkräften aller Richtungen das Antonius Hospital zu einem der ersten Hospitäler und Forschungsstätten des ganzen Landes zu machen. Es ist bis heute Grundsatz, dass niemand abgewiesen wird und alle behandelt werden auch wenn sie nichts zahlen können. Ein großer Teil der Arbeit wird auch heute noch ehrenamtlich geleistet. OSID, das ist das Kürzel für das Werk Schwester Dulces, gibt für 2008  folgende statistische Angaben heraus. Das Hospital hatte 1009 Betten. Rund 400 Ärzte und über 3000 sonstige Mitarbeiter arbeiten hier nach den Grundsätzen von Schwester Dulce. 5000 Mahlzeiten werden täglich serviert und bis zu 4000 Patienten werden jeden Tag angehört und behandelt.

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