Nachruf: Schwester Meinrada SMIC Wiechers

Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben Joh 4,16  
Dieser Ausspruch Jesu begleitete Schwester Meinrada ihr Leben lang. Geboren wurde sie am 3. 2. 1918 in Nieheim, Kreis Höxter als Tochter des Sattlermeisters Franz Wiechers und seiner Frau Maria. Die Mutter starb als die kleine Wilhelmine zwei Jahre alt war an Lungenentzündung. Schwester Meinrada hatte drei Schwestern, eine junge Frau aus der Nachbarschaft, die die Mädchen zeitlebens "Tante" nannten, vertrat die Mutter an den mutterlosen Kindern.

Schwester Meinrada kam 1932 in die Missionsschule der Missionsschwestern, die sie mit der wissenschaftlichen Vorprüfung abschloss. 1938 trat sie in die Ordensgemeinschaft der Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes in Münster ein. Nach der Ordensausbildung sollte sie 1939 in die Mission ausreisen, die ganze Gruppe hatte schon das Dampferticket in der Tasche, der Zweite Weltkrieg verhinderte jedoch die Ausreise. Stattdessen  musste Schwester Meinrada 1941 mit ihren Mitschwestern in die Verbannung gehen, befohlen von der Gestapo. Die Provinz Preußen wieder zu betreten war den Schwestern verboten. Verkleidet in einen schwarzen Habit kehrte Schwester Meinrada unerlaubterweise nach Münster zurück und machte 1942 in Münster die Ausbildung zur Kindergärtnerin. Sie war unsere letzte Zeitzeugin der nationalsozialistischen Zeit. 1946 konnte sie auch endlich ihre ewige Profess ablegen, die zeitbedingt immer wieder aufgeschoben werden musste.

In den folgenden Jahren hatte sie in den verschiedenen Kindergärten der Ordensgemeinschaft die Leitung inne und war verschiedentlich als Kommunitätsoberin tätig. 1979 wurde sie nach Griethausen versetzt und hier sollte sie die letzten 33 Jahre ihres Lebens verbringen. Zunächst als Oberin, später war sie dann als unentbehrliche Assistentin der Heimleiterin, Schwester Rita unermüdlich im Dienst für die Menschen da. An manchem Krankenbett hat sie gesessen, als guter Geist war sie immer bereit zuzuhören, zu helfen und guten Rat zu geben. Sie besorgte den Küsterdienst in der Kapelle und trug die Zeitschriften im Ort aus. Sie nähte, flickte und bügelte für den Haushalt der Schwestern.

Ihr großes Leid war ihr Augenleiden, das ihr das Lesen weitgehend unmöglich machte. Sie hatte sich so auf den Lebensabend gefreut, an dem sie noch all das lesen wollte, wozu sie während ihrer tätigen Jahre nicht gekommen war.

Ihre letzten Jahre verbrachte sie in der Pflege des St. Josef Seniorenheim. Am Abend des 24. August 2012 ging sie heim in Gottes Frieden.

Missionsschwestern

Aktuelles

Spiritualität

Impulse

Missionsmagazin

kontinente

Ordensgründer

Amandus Bahlmann und Elisabeth Tombrock