Dreifachjubiläum von Sr. Clare Sandhäger: 70 Jahre Missionsschwester – 65 Jahre Dienst in den USA – 90 Lebensjahre

„Sich ausfüllen lassen mit Gott, ihn ausstrahlen und hinaustragen zur Not und zur Sehnsucht der Harrenden – das ist der Beruf der Missionarin.“ (Mutter Immaculata)


Im November 1947 bittet eine  junge Frau bei den Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes in Münster-Wilkinghege um Aufnahme. Ihr Name: Klara Sandhäger. Die Zwanzigjährige ist tief religiös und voller Tatkraft. Missionarin will sie werden, Gott ausstrahlen und in die Welt hinaustragen. So wie es Mutter Immaculata, die sechzig Jahre zuvor geboren wurde, ihren Schwestern mit auf den Weg gab.

Aufgewachsen ist Klara als drittes von neun Kindern auf dem Hof Sandhäger in St. Vit bei Gütersloh. Zunächst entschließt sie sich, eine Hauswirtschaftslehre im ländlichen Bereich zu absolvieren. Nach der bestandenen Abschlussprüfung ereilt sie jedoch der Ruf zum Ordensleben. Am 10. Februar 1948 wird Klara Sandhäger ins Postulat aufgenommen. Klara Sandhäger entwickelt sich zu der Frau, die heute alle als Sr. Clare kennen.

Medaille der Missionsschwestern.
Medaille der Missionsschwestern.
Blaues Habit.
Blaues Habit.

1952 erhält Sr. Clare das Missionskreuz. Ihre Oberen senden sie in die USA, wo Missionsschwestern überall dort wirken, wo Armut, Not und soziale Probleme herrschen.

In West Paterson (New Jersey), wo sich das Generalat der Missionsschwestern befindet, macht Sr. Clare eine intensive Sprachausbildung. Sie lernt nicht nur Englisch, sondern auch Spanisch. Dies ist notwendig, weil immer mehr Menschen aus Mittel- und Südamerika auf der Suche nach einem besseren Leben in die USA strömen. Paterson wird Durchgangsstation für Migrantinnen und Migranten aus aller Herren Länder. Hier, mitten im Brennpunkt der sozialen Nöte und enttäuschten Hoffnungen, wird Sr. Clare auf ihre zukünftigen Aufgaben als Missionarin in Amerika vorbereitet.

Den Oberen der Gemeinschaft ist es wichtig, dass Sr. Clare eine gute Ausbildung erhält. Die engagierte Schwester studiert Ernährungswissenschaft und Diätetik am St. Joseph-College in Hartford  Connecticut und an der St. Bonaventure University im Staat New York. Dort erlangt sie den Abschluss „Bachelor of Science“.  Die weitere praktische Ausbildung führt Sr. Clare Ende der 1950er Jahre an die Mayo Clinic in Rochester / Minnesota, damals wie heute ein Krankenhaus von Weltruf. John F. Kennedy, Ronald Reagan, Harald Ford, Ernest Hemingway, Billy Graham waren hier Patienten, wie man auf der Homepage der Klinik lesen kann. Zum Abschluss erhält Sr. Clare das Diplom der „Fellowship in American Dietetic Association“.

Doch Sr. Clares Herz gehört den Armen und Notleidenden. In den US-Staaten New Jersey, New Mexiko, Arizona und Texas, aber auch auf Taiwan und den Philippinen arbeitet sie in den Schulen und Krankenhäusern derer, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren sind. „Mein Hab und Gut darf nicht mehr sein als ein voller Koffer“, sagt sie angesichts ihres vielen Unterwegsseins.

Sr. Clares letzte berufliche Station ist die Reservats-Schule der Navajo-Indianer in Arizona. Zehn Jahre bleibt sie dort. Ihre Mission: Gesunde Ernährung soll die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit und die beruflichen Chancen der Kinder und Jugendlichen verbessern.
Nach Beendigung ihres Berufslebens gibt es für Sr. Clare neue Aufgaben. Mit Hingabe arbeitet sie im internationalen Archiv des Generalates einen Berg von Dokumenten ab. Sie transkribiert die wichtigen deutschsprachigen historischen Quellen und übersetzt sie ins Englische. Mit Begeisterung vermittelt sie ihren Mitschwestern die vielen daraus gewonnenen Erkenntnisse über die Geschichte des Ordens und das Wirken der Missionsschwestern über viele Jahre in aller Welt.

Sr. Clare bei ihrer Arbeit im Archiv.
Sr. Clare bei ihrer Arbeit im Archiv.
Die Museumsvitrine.
Die Museumsvitrine.

Von 2008 bis 2010 feiern die Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes weltweit ihr hundertjähriges Jubiläum. Sr. Clare nimmt an den Feierlichkeiten teil. In der Stadt Ahlen, Geburtsort von Mutter Immaculata, hält sie am 16. August 2009 in der Marienkirche eine Ansprache, in der sie voller Freude sagt: „Wie reich ist Mutter Immaculatas Werk gesegnet worden. Mit uns feiern heute Missionsschwestern in Afrika, China, USA, Taiwan, Vietnam, Brasilien und auf den Philippinen. Nach dem Beispiel Mutter Immaculatas gehen Missionarinnen mutig und mit Gottvertrauen in die Zukunft, um das Werk, das sie angefangen hat, fortzuführen.“  

Am 4. Oktober 2017, am Feste des Heiligen Franziskus, feiert Sr. Clare selbst ein Jubiläum: Sie ist 70 Jahre Missionsschwester, sie lebt seit 65 Jahren in den USA und geht auf ihr 90stes Lebensjahr zu. Sr. Clare lebt heute in der „St. Francis Seniors Residence“, einem von Franziskanern geleiteten Altenheim nahe New York. Sie ist weiterhin aktiv. Besucherinnen und Besucher führt sie gerne durch das Haus. In der Kirche der Residenz macht sie Küsterdienst. Wenn ein Priester fehlt, teilt sie Behinderten und Kranken die Heilige Kommunion aus: Um Gott hinaus zu strahlen, denn das ist ihr Dienst als Missionarin.

Sr. Clare Sandhäger.
Sr. Clare Sandhäger.

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