Internationaler Tag der Menschenrechte

Sr. Ancilla Geishauser ist Kontaktfrau der deutschen Provinz vom Heiligen Josef für alle Organisationen, die sich für die Bewahrung des Friedens und der Schöpfung sowie die Einhaltung von Menschenrechten eintritt.
Sr. Ancilla Geishauser.

Am 10. Dezember 2017 ist der internationale Tag der Menschenrechte. Sr. Ancilla Geishauser möchte auf diesen Tag aufmerksam machen und berichtet über Menschenrechtsorganisationen, die sie unterstützt.

„Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig der Tag der Menschenrechte bekannt ist“, wundert sich Sr. Ancilla. „Aber es ist so wichtig, ihn zu kennen und für die Menschenrechte einzutreten.“

Der Internationale Tag der Menschenrechte wird am 10. Dezember gefeiert. Er erinnert an die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“, die am 10. Dezember 1948 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Menschenrechtsorganisationen nehmen diesen Tag zum Anlass, über aktuelle Brennpunkte zu informieren. Außerdem stellen sie spezielle Menschenrechtsverletzungen in den Mittelpunkt ihrer Aktionen.

So macht das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen in diesem Jahr auf die Situation von Asia Bibi aufmerksam. Die junge Christin wurde 2010 wegen angeblicher Blasphemie zum Tode verurteilt und ist seitdem im Gefängnis. Missio erfuhr von ihrem Schicksal und startete eine Petition. Die Bundesregierung wurde aufgefordert, sich auf diplomatischem Weg um die Freilassung der fünffachen Mutter zu bemühen. Auch in diesem Jahr gibt es wieder eine Unterschriftenaktion. „Es aber auch wichtig, Asia Bibi zu schreiben“, meint Sr. Ancilla. „Inhaftierten bedeutet es viel zu wissen, dass sie nicht vergessen werden.“

Die Haftanschrift für das Gefängnis, in dem Asia Bibi festgehalten wird:
Asia Bibi
Women Jail Multan
Multan
Province Punjab
Pakistan

Schon seit dreißig Jahren setzt sich Sr. Ancilla für die Begnadigung zum Tode verurteilter Menschen ein. Außerdem mobilisiert sie gegen Folter und Todesstrafe. Die Unterstützung von ACAT – Christen für die Abschaffung der Folter – liegt ihr besonders am Herzen. ACAT ist eine internationale, ökumenische Menschenrechtsvereinigung, in der sich Christinnen und Christen gegen Folter und Todesstrafe und für die Einhaltung von Menschenrechten engagieren. Zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember führt ACAT-Deutschland eine Petition durch, die die im Bundestag vertretenen Parteien dazu auffordert, den Familiennachzug für Flüchtlinge als Teil des Menschenrechts auf Familienleben zu wahren. Aktuell hat die deutsche Regierung den Familiennachzug für Menschen, die nach dem 18.03.2016 als „subsidär Schutzbedürftige“ in Deutschland anerkannt werden, ausgesetzt.

Sr. Ancilla sammelt auch hier Unterschriften und verteilt Informationsmaterialien. Schließlich ist im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland festgelegt, dass sich das deutsche Volk zu den „unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt“ bekennt.

Friedensarbeit bedeutet für Sr. Ancilla auch, Friedensinitiativen wie Ohne Rüstung Leben zu unterstützen. „Frieden schafft man nicht durch den Verkauf und Einsatz von Waffen, sondern durch mehr soziale Gerechtigkeit“, ist sie überzeugt. „Nur die gerechte Verteilung von Ressourcen für die gesamte Bevölkerung führt zu Friedensverhältnissen.“ Traurige Realität jedoch ist, dass transnationale Firmen ganze Länder ausplündern. „Menschenrechte vor Profit“, fordert deshalb die Treaty Alliance Deutschland. Die Treaty Alliance ist ein Bündnis, in dem sich Umwelt-, Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen vernetzten, um Politik und Öffentlichkeit von der Notwendigkeit globaler Regeln für Unternehmen zu überzeugen.

Zur Treaty Alliance gehört auch die Christliche Initiative Romero (CIR), zu der Sr. Ancilla enge Kontakte hat. Die CIR informiert über die gesellschaftlichen Verhältnisse in Mittelamerika. Sie deckt die Ausbeutung von Menschen durch transnationale Firmen auf uns setzt sich für soziale Standards in der Bekleidungsindustrie ein. Daneben unterstützt die CIR Selbsthilfe-Projekte. Darunter MANTHOC – Bewegung der arbeitenden Kinder und Jugendlichen, Söhne und Töchter von Christlichen Arbeitern. Statt im gefährlichen Verkehrschaos Limas Süßigkeiten zu verkaufen, basteln Kinder und Jugendliche im MANTHOC-Jugendzentrum Weihnachtskarten. Mit dem Verdienst unterstützen sie dieses Zentrum, ihre Familien und ihren Schulbesuch. Im Lourdeskloster hat Sr. Ancilla eine kleine Verkaufsstelle für MANTHOC-Weihnachtskarten eingerichtet.

„Suche Frieden“, ist das Motto des nächsten Katholikentages. In seiner vollständigen Form lautet Psalm 34,12: „Lass vom Bösen und tue Gutes. Suche Frieden und jage ihm nach.“ Für Sr. Ancilla ist dies ein Appell an alle Christinnen und Christen für eine gerechtere Welt einzutreten. Anlässlich des Tages der Menschenrechte bittet sie ganz besonders: „Schauen Sie beim Thema Menschenrechtsverletzungen nicht weg. Unterstützen Sie die Gefangenen durch Ihr Gebet und Ihren Protest. Fordern Sie die Regierenden auf, sich für eine gerechte Weltwirtschaft einzusetzen und unterstützen Sie Projekte des Fairen Handels.“

Kontaktaktdaten von Friedens- und Menschenrechtsinitiativen und Weltläden (Auswahl)

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