Chronik

Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes – ausgewählte Daten zur Geschichte

1909
Am 15. August wird die Lehrerin Elisabeth Tombrock in Lourdes von einer schweren Knochentuberkulose geheilt.

1910
Im August reist Elisabeth Tombrock (nun Schwester Immaculata) mit dem Franziskaner-Bischof Amandus Bahlmann nach Santarem (Brasilien).

1910
In Santarem wird am 5. Dezember 1910 der Orden der „Missionsklarissen von der Unbefleckten Empfängnis“ offiziell gegründet.

1911
Ab 1911 treten weitere deutsche und brasilianische Schwestern der Gemeinschaft bei.

1912

Schwester Immaculata wird zur Oberin des Konventes in Santarem ernannt.

1915
Am 22. April wird das „Haus Unserer Lieben Frau zu Lourdes“ in der Frauenstraße in Münster eröffnet.

1918
Der Bischof von Münster erhebt das Lourdeskloster zum Noviziatshaus.   

1922
Bischof Bahlmann und Schwester Immaculata reisen in die USA. Mit deutschen Schwestern aus dem Lourdeskloster entsteht ein Konvent in St. Bonaventure. Im August wird der Orden in eine Kongregation päpstlichen Rechts umgewandelt. Mutter Immaculata wird Generaloberin.

1923
In West Paterson (USA) wird ein Noviziat  eingerichtet. In den nächsten Jahren entstehen in Nordamerika weitere Niederlassungen mit deutschen und US-amerikanischen Schwestern.

1925
Die Kongregation nimmt die Regel des Regulierten Dritten Ordens des Heiligen Franziskus an. 

1928
Errichtung des Missionsklosters St. Josef als Noviziatshaus in Münster-Wilkinghege.

1929
Der Name der Kongregation wird in „Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes“ umgewandelt.

1930/31
Erstes Generalkapitel der Kongregation in St. Bonaventure (USA). Annahme der China-Mission.

1931
Ausreise der ersten deutschen Schwestern nach China.

1934
Die Devisengesetzgebung der nationalsozialistischen Regierung verhindert, Spendengelder nach Brasilien zu überweisen. Von dem Geld lässt Bischof Bahlmann auf dem Gelände des Missionsklosters St. Josef das Ökonomiegebäude St. Konrad bauen.

1935
In Zirkularen informiert Mutter Immaculata die Schwestern außerhalb Deutschlands über die die Repressionen der Nazis gegen die Ordensgemeinschaften und über die Verhaftungen von Ordensleuten und Regimegegnern.  

1936
Mutter Pacifica Bönning, die engste Mitarbeiterin Mutter Immaculatas, wird Generaloberin.

1937
Das mit Nazi-Deutschland verbündete Japan überfällt China. Der Zweite Weltkrieg in Asien nimmt seinen Anfang. In politisch gefährlichen Zeiten arbeiten Missionsschwestern in Waisenhäusern, Armenapotheken und Schulen und geben Unterricht in christlicher Glaubenslehre.

1938
Am 13. April stirbt Mutter Immaculata.

1939
Am 5. März stirbt Bischof Bahlmann. Mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 beginnt der Zweite Weltkrieg in Europa.

Juli 1941
Die Geheime Staatspolizei (GeStaPo) beschlagnahmt das Missionskloster St. Josef und das Lourdeskloster. Die Schwestern werden aus Münster ausgewiesen. Sie finden Aufnahme bei verschiedenen Schwesterngemeinschaften im Oldenburger Land und arbeiten dort in der Krankenpflege.

Dezember 1941
Nach dem japanischen Angriff auf den US-Stützpunkt Pearl Harbour erklären die USA Japan den Krieg. Es folgt die Kriegserklärung Nazi-Deutschlands an die USA. Nazi-Diktatur und Zweiter Weltkrieg haben zur Folge, dass die Kommunikation zwischen den Niederlassungen in den USA, China, Brasilien und Deutschland unmöglich wird.

1942
Im August erklärt Brasilien den miteinander verbündeten Ländern Deutschland, Italien und Japan den Krieg. Im Hospital der Missionsschwestern von Aracaju findet eine Kontrolle der Regierung und in Monte Alegre eine Hausdurchsuchung statt, weil Deutsche jetzt als feindliche Ausländer gelten.

1943
Bei einem schweren Bombenangriffe auf die Stadt Münster wird das Lourdeskloster am 10. Oktober völlig zerstört.

1945
Am 8. Mai 1945 endet der Zweite Weltkrieg in Europa. Die Missionsschwestern kehren aus dem Oldenburger Land nach Münster-Wilkinghege zurück. In Deutschland, Brasilien und den USA reagieren die Schwestern auf die Nöte der Zeit und entwickeln neue Missionsaufgaben.

1945–1947
Am 15. August 1945 endet der Zweite Weltkrieg in Asien. In China bringen kommunistische Truppen das Land unter ihre Kontrolle. Die Missionsschwestern Editha Rös, Lea Volkhausen und Beata Lee sind bis 1950 in kommunistischer Gefangenschaft.

1948 / 49
Die Missionsschwestern fliehen von China nach Taiwan. Mit ihrer Arbeit im medizinischen, pädagogischen, sozialen und pastoralen Bereich legen sie den Grundstein für die heutige Asien-Provinz.

1949
Am 30. September wird in Deutschland in die Region vom Heiligen Josef errichtet, die aus Kommunitäten in Mühlen, Münster, Warendorf und Griethausen besteht.

1952
Das Lourdeskloster wird wieder aufgebaut und bis 1998 als Altenheim mit dem Namen Lourdesheim geführt.

1960
In Deutschland wird die Provinz vom Heiligen Josef errichtet. Sie besteht zu dieser Zeit aus Kommunitäten in Münster, Wadersloh, Griethausen, Homberg, Hagen, Nienberge, Meckenheim  und Bardel.

1962
Die deutsche Provinz beginnt mit ihrer Missionsarbeit in Namibia, wo eine rigorose Rassentrennung (Apartheid) herrscht. Trotz Einschränkungen von Seiten der Regierung entwickelt sich die Arbeit der Missionsschwestern im krankenpflegerischen, pädagogischen und pastoralen Bereich positiv.

1965
Mit dem Dekret „Perfectae caritatis“ fordert das Zweite Vatikanische Konzil die Ordensgemeinschaften zu Reformen auf. Bei den Missionsschwestern beginnt ein mehr als 20-jähriger Erneuerungsprozess.

1966
Verschiedene Ordensgemeinschaften beschließen, ein gemeinsames Missionsmagazin („Kontinente“) herauszugeben. Die deutsche Provinz vom Heiligen Josef beteiligt sich daran.

1976
In Namibia entsteht ein Noviziat mit einheimischen Schwestern. Auf dem Generalkapitel in Deutschland wird beschlossen, Englisch als gemeinsame Kongregationssprache einzuführen.  

1978
In Namibia werden viele christliche Missionare, die sich für die Rechte der einheimischen Bevölkerung stark machen, des Landes verwiesen.

1986
Das Ökonomiegebäude St. Konrad in Münster-Wilkinghege wird umgebaut. Bis 2015 ist es eine Begegnungsstätte für junge Menschen sowie Gästehaus für Gruppen und Einzelpersonen.

1988
Die im Kontext des Erneuerungsprozesses überarbeiteten Konstitutionen der Kongregation werden in Rom bestätigt.

1990
Ende der Rassentrennung in Namibia. Nach mehr als 100-jähriger Kolonialzeit wird das Land unabhängig. Deutsche und namibische Schwestern nehmen an der Unabhängigkeitsfeier teil.

1991
Am 6. Januar feiern die Schwestern in Namibia den offiziellen Beginn ihrer Region von der Erscheinung des Herrn.

1993
Der Erweiterte Generalrat beschließt ein Austauschprogramm der Provinzen untereinander (Exchange).  

1995
Formationstreffen (= kongregationsinternes, spirituelles Ausbildungsprogramm)  der Kongregation in Deutschland und Assisi.

1996
Eröffnung eines Formationshauses (Haus für die Ordensausbildung) auf den Philippinen

1998
Die deutsche Provinz beginnt mit dem Engagement für die Ausbildung der chinesischen Missionsschwestern.  In Namibia wird die Provinz von der Erscheinung des Herrn errichtet.

2000
Die Schwestern geben das Missionskloster St. Josef in Münster Wilkinghege auf. Das renovierte Lourdeskloster in der Frauenstraße in Münster wird Hauptwohnsitz der deutschen Provinz.

2002
In St. Augustin-Hangelar bilden chinesische Schwestern eine kleine Kommunität. Schwester Gudula Thimm übernimmt bis 2009 die Leitung.

2008
Eine neue Kommunität in Vietnam wird eröffnet. In der Kongregation nimmt das Immersion-Programm (= sich einlassen auf eine andere Kultur) seinen Anfang, das Schwestern interkulturelle Erfahrungen in einem Land ermöglicht.

2009
Brasilianische Schwestern beginnen in Angola mit ihrer Arbeit im pastoralen und sozialen Bereich.

2010
Am 5. Dezember blicken Missionsschwestern aus vier Kontinenten auf 100 Jahre Geschichte zurück.  

2011
Feier der Seligsprechung von Sr. Dulce in Salvador (Brasilien). Die erste Selige der Kongregation hatte zu Lebzeiten die Krankenpflege und die Sozialarbeit im Armenviertel aufgebaut und organisiert.

2013
Ein Supertaifun verwüstet die Region Tacloban auf den Philippinen. Von der Sacred-Heart-Schule der Missionsschwestern bleibt nur ein Trümmerfeld zurück. Sr. Veronica Lee koordiniert den Wiederaufbau. Spendengelder kommen auch aus Deutschland.

2014
In Namibia findet ein Formationstreffen statt, wo u. a über das Miteinander-Leben von Menschen aus verschiedenen Kulturen gesprochen wird.

2016
Generalkapitel in Taiwan.

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Amandus Bahlmann und Elisabeth Tombrock