Dogma und Lehre: "Vom ersten Augenblick"

Maria, die Unbefleckte Empfängnis (Lourdeskloster Münster).

Im Laufe der Jahrhunderte wurde sich die Kirche bewusst, dass Maria von Gott "mit Gnade erfüllt" (Lk 1,28), schon bei ihrer Empfängnis erlöst worden ist. Das bekennt das Dogma von der unbefleckten Empfängnis, das 1854 von Papst Piux IX. verkündigt wurde:

"...dass die selige Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch die einzigartige Gnade und Bevorzugung des allmächtigen Gottes im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erlösers des Menschengeschlechtes, von jeglichem Makel der Erbsünde unversehrt bewahrt wurde." (Ineffabilis Deus 1854)

Dass Maria "vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an" im Glanz einer einzigartigen Heiligkeit erstrahlt, kommt ihr nur Christi wegen zu. Sie wurde im "Hinblick auf die Verdienste ihres Sohnes auf erhabenere Weise erlöst" (Lumen Gentium 56,53). Maria war wegen ihrer Bestimmung zur Mutter Jesu von Anfang an (vom Beginn ihrer Empfängnis im Leib ihrer Mutter Anna) voll der Gnade. Die Mutterschaft ist für Maria ein Ur-Charisma, eine Begnadung, die ihr mit dem Dasein geschenkt wurde. Denn Maria existiert nur als die Mutter Jesu. In Maria ist die zuvorkommende Gnade Gottes in einmaliger Weise sichtbar geworden.

  • Gott selber setzt in Maria das Geheimnis des Anfangs.
  • Das Geheimnis dieses Anfangs wird enthüllt und offenbar durch die Antwort Marias an den Engel: "Siehe ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort." (Lk 1,38)
  • In Maria wird offenbar, zu welcher Mitwirkung ein Mensch befähigt werden kann, damit sich Gottes Heilsplan erfüllt.
  • In Maria zeigt uns Gott: Wir alle sind mitbetroffen vom Geheimnis des Anfangs: "Freue dich, Begnadete". (Lk 1,28) Hier liegt die Chance unserer Glaubensantwort.
  • In Maria enthüllt uns Gott selbst das Geheimnis des Zieles: unsere eigene Auferstehung.

Weil Maria die Erstbegnadete, die Empfangende ist, ist sie auch zur Ur-Missionarin geworden. Sie zeugt Glauben und Glaubende, verkündet die großen Taten Gottes und zeigt uns durch ihre Verfügbarkeit, dass das Annehmen von Gottes Fügungen erst die Dynamik des Heiligen Geistes freisetzen kann.

Mariengrotte in Lourdes.

Die Ursprünge des mit dem Dogma der "Unbefleckten Empfängnis" verbundenen Festes "Mariä Empfängnis" (8. Dezember) reichen bis ins 7. Jahrhundert zurück. Der Osten feierte das Fest an manchen Orten als "Tag der Empfängnis der Gottesmutter Maria durch ihre Mutter Anna.".Der Franziskaner Duns Scotus (1265-1308) gilt als Urheber der aktuellen "Immaculata-Lehre", wonach Maria durch eine Voraus-Erlösung (prae-redemptio) Jesu Christi ohne Erbsünde empfangen werden konnte.

Erst als im 15. Jhd. theologisch die Frage der Unbefleckten Empfängnis untersucht wurde, kamen im Westen die "Frau aus der Apokalypse", "Die Braut aus dem Hohenlied", die "Frau, die der höllischen Schlange den Kopf zertritt", die "Frau, die den Drachen besiegt" und andere Darstellungen auf.

Unter Clemens XI. weitete sich das Fest schließlich 1708 auf die gesamte katholische Kirche aus. 1854 verkündete Pius IX. das Dogma und fixierte das Fest für die gesamte römisch-katholische Kirche als verbindliches Glaubensgut. Der liturgische Kalender bezeichnet das Fest heute als "Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria", das am 8. Dezember gefeiert wird.

Que soy era Immaculada Councepciou – Ich bin die Unbefleckte Empfängnis. Diese Worte richtete Maria am 25. März 1858 an die 14-jährige Bernadette Soubirous in Lourdes.

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