Nachlese zum 1. Fastensonntag: 21. Februar 2021

Evangelium:

In jener Zeit trieb der Geist Jesus in die Wüste.
Jesus blieb  vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.
Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt,
das Reich Gottes ist nache.
Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
Markus 1, 12-15

Umkehren besagt: Der Tod hat keine Macht über mein Leben!
Umkehren besagt: Der Tod hat keine Macht über mein Leben!

Text von Dr. Johannes Elberskirch (Münster) zur Verfügung gestellt: 

Wissen Sie, welcher Satz mich bei meinem Navigationssystem am meisten nervt: „Bei der nächsten Möglichkeit, bitte wenden!“

Vielleicht entspricht genau das dem Bild, das wir haben, wenn wir hören, der Weg des Christen ist ein Weg der Umkehr. In der betreffenden Situation ein Einfaches, vielleicht sogar etwas nerviges: Bitte wenden!

Dabei entspricht vielmehr einer Berufung, einer Berufung, die das Ziel kennt, aber mit dem Weg so seine Schwierigkeiten hat. Und so beginnt der Weg der Umkehr schon mit der Eingabe des Zieles! Doch besteht dieses Ziel für jeden von uns nicht im Tod. Jeder Mensch muss sterben! Jedes Leben geht unweigerlich auf den Tod zu. Das gilt für uns alle, niemand kann dem Tod entrinnen. Darin besteht scheinbar unweigerlich das Ziel unseres Lebens.

Umkehren heißt hier deutlich Einspruch zu erheben: Umkehren bedeutet, nicht den Tod als Ziel zuzulassen, nicht unweigerlich auf den Tod zuzugehen. Umkehren besagt: Der Tod hat keine Macht über mein Leben! Der Tod bestimmt nicht über mein Leben, Jesus selbst ist der Herr über mein Leben! Umkehren heißt: Nein zum Tod und Ja zum Leben.

Nein zum Tod, bedeutet dann auch Nein zur Sünde:

Denn in jeder Lüge, stirbt ein Stück Wahrheit,
in jedem bösen Wort, jeder Bosheit, stirbt ein Stück Güte,
in jeder Missachtung, stirbt ein Stück Würde und
in jedem Hass, stirbt ein Stück Liebe.

Ja zum Leben, bedeutet Ja zum Evangelium und Ja zur Liebe:
In jeder Wahrheit, jeder Ehrlichkeit, liegt auch ein Stück Hoffnung,
in jedem guten Wort, liegt ein Stück Harmonie,
in jeder Freundlichkeit liegt ein Stück Beziehung und Frieden und
in jeder Versöhnung liegt ein Neuanfang für Liebe und Leben.

In jeder Entscheidung, die wir treffen, eröffnet sich uns die grundlegende Frage: Ja zum Tod oder Ja zum Leben!

Nein zum Tod zu sagen, bedeutet nicht ihn auszublenden, zu leben als ob es ihn nicht gäbe! Denn der Tod zwingt uns erst zu den wirklichen Entscheidungen unseres Lebens, er erinnert uns erst an die Einmaligkeit unseres Lebens.

Aber umzukehren, den Weg der Umkehr zu gehen, bedeutet dem Tod die Macht zu nehmen, über unser Leben zu bestimmen. Umzukehren bedeutet in jeder Situation unseres Lebens zu versuchen, Nein zum Tod und zur Sünde und Ja zu Christus, und damit ja zum Leben und der Liebe zu sagen.

Jesus sagt uns heute im Evangelium: Kehrt um und glaubt an das Evangelium!

Am Anfang seiner Verkündigung steht der Aufruf zur Umkehr. Der Weg des Christen beginnt mit dieser grundlegenden Entscheidung: Sag nein zum Tod und trau der Botschaft des Lebens. Dir ist das Leben geschenkt, um Leben zu schenken, selbst in den vermeintlich aussichtslosen Situationen unseres Lebens.
 
Amen.

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