Schwester Dulce Lopes Pontes

Kinder liebten sie und sie liebte die Kinder: Schwester Dulce Lopes Pontes.
Kinder liebten sie und sie liebte die Kinder: Schwester Dulce Lopes Pontes.

Sie entzog Kinder dem Elend der Straße und sorgte für Arme, Kranke und Obdachlose. Am 22. Mai 2011 wurde die als „Engel von Bahia“ bekannte Schwester Dulce Lopes Pontes seliggesprochen. Im Rahmen des anschließenden Heiligsprechungsprozesses erkannte Papst Franziskus am 13. Mai 2019 ein ihrer Fürsprache zugeschriebenes Wunder an.

Schwester Dulce, geboren in Salvador (Bahia, Brasilien) am 26. Mai 1914 als Maria Rita de Souza Brito Lopes Pontes, wuchs in einer wohlhabenden katholischen Familie auf. Ihre Eltern waren Augusto Lopes Pontes, der als Zahnarzt praktizierte und Dulce Maria de Souza, die in jungen Jahren starb. Maria Rita wuchs mit vier Geschwistern auf. Sie spielte gerne, besonders liebte sie Fußball. Augusto Lopes Pontes legte viel Wert auf eine gute Ausbildung seiner Tochter. Deshalb ermöglichte er ihr den Besuch einer höheren Schule und das anschließende Studium für das Lehramt.

Maria Rita war nicht nur eine intelligente junge Frau, sondern auch eine überzeugte und bezeugende Christin, erfüllt von tiefer Gottes- und Nächstenliebe. Das Elend der Armen und Kranken berührte sie sehr. Bereits als Heranwachsende hatte sie in einem Nebengebäude des Elternhauses einen medizinischen Notdienst eingerichtet, wo sie erste Hilfe leistete, Verbände anlegte und gespendete Medikamente verteilte. Auch die junge Lehrerin zog es mehr zu den Armen und Obdachlosen als in den Klassenraum.

1933 trat Maria Rita bei den Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes in Sergipe ein. Am 15. August 1934 legte sie die ewigen Gelübde ab. Aus Maria Rita wurde Schwester Dulce, die die Worte unserer Ordensgründerin Mutter Immaculata:

„Sich ganz ausfüllen lassen mit Gott – um ihn auszustrahlen und hinauszutragen zur Not und Sehnsucht der Harrenden – das ist der Beruf der Missionarin“

in jeder Stunde ihres Daseins mit Leben füllte. Die Harrenden und Notleidenden, denen sich Schwester Dulce widmete, waren elternlose, kranke und verwahrloste Kinder und Jugendliche, ledige Mütter, Fabrikarbeiter, Gefängnisinsassen, kranke und sterbende Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Dabei scheute sie keine Konflikte. Als ein Bischof es für unschicklich befand, dass sie ärmlich gekleideten Arbeitern, die kurze Hosen trugen, in deren Mittagspause Katechismus-Unterricht erteilte, ließ sie seine Kritik nicht gelten. Sie übte weiterhin das Apostolat unter den Fabrikarbeitern aus und gründete 1936 zusammen mit den Arbeitern von Ramiro S. Mendonça, Nicanor Santana und Jorge Machado, den Arbeiterverein St. Franziskus. Es war die erste katholische Arbeiterorganisation in Bahia.

Neben ihrem Einsatz für die Fabrikarbeiter kümmerte sich Schwester Dulce um arme und obdachlose Menschen, von denen viele sterbenskrank waren. Da es für sie weder Krankenhäuser noch Hospize gab, brach Schwester Dulce leerstehende Häuser auf, um auf diese Weise Unterkünfte für die Notleidenden zu schaffen. Beschwerden der Besitzer und Maßregelungen des Bürgermeisters beendeten die Zeit der Hausbesetzungen. 1949 überzeugte Schwester Dulce ihre Mitschwestern, im Hühnerstall des Klosters eine Krankenstation einzurichten. Die Energie und die Glaubenskraft von Schwester Dulce beeindruckten zahlreiche Menschen. Bald bekam sie finanzielle und ideelle Unterstützung aus dem In- und Ausland.

Am 26. Mai 1959 gründete Schwester Dulce das Obras Sociais Irmã Dulce (OSID – deutsch: Sozialwerke Schwester Dulce). 1960 gründete sie das Hospital Santo Antônio und 1964 das Centro Educacional Santo Antônio (CESA – deutsch: Erziehungszentrum Santo Antônio) in Simões Filho für Waisenkinder.

Als Schwester Dulce am 13. März 1992 in Salvador (Bahia) starb, hinterließ sie gut entwickelte Sozialwerke, die in ihrem Geist weiterwirken und durch die Mädchen, Jungen, Frauen und Männer Heil erfahren. Menschen erleben aber auch die helfende Fürsprache von Schwester Dulce. Manchmal sogar in Form einer wundersamen Heilung.

Wir Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes danken Gott für Schwester Dulce und ihr wunderbares Wirken. Im Juli soll das Datum für die Heiligsprechung genannt werden.

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