Wenn der Glaube die Führung übernimmt...

Schwester Maria do Livramento M. Oliveira mit ihrer Mutter.
Schwester Maria do Livramento M. Oliveira mit ihrer Mutter.

Wir leben in einer einzigartigen Zeit, in der wir uns täglich fragen, wie wir uns durch die Covid-19-Pandemie navigieren sollen? Erfahrungen und Gedanken von Schwester Maria do Livramento M. Oliveira, Generaloberin der Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis SMIC.

Wer von uns hätte sich vor einem Jahr vorstellen können, dass es 2020 für die Mehrheit der Weltbevölkerung so schwierig sein würde? Diese Pandemie hat neben den gesundheitlichen und wirtschaftlichen Problemen viele Aspekte unseres Lebens betroffen. In meinem Fall, in den USA lebend, begannen wir im März 2020, Anpassungen in unserem täglichen Leben vorzunehmen.

Keine Kontrolle

Manchmal scheint es lange, lange her zu sein, dass das Leben „irgendwie normal“ war. Eines der ersten Dinge, die mir klar wurden, war, dass meine Bedenken und Ängste außerhalb meiner individuellen Sicherheit lagen. Es ging auch um meine Mitschwestern auf der ganzen Welt, meine Familie in Brasilien und meine Freunde. Nachrichten über Tod und Krankenhausaufenthalt wurden seit vergangenem März zur neuen Normalität. Meine Sorgen um meine Mitschwestern und meine Familie in Brasilien wurden Teil meiner täglichen Gebete. Ich hatte solche Angst, dass einige von ihnen infiziert werden könnten. Aber bald wurde mir klar, dass ich keine Kontrolle über diese Situation hatte. In diesem Moment übernahm der Glaube die Führung, und ich übergab meine Gefühle und Sorgen dem Einen, der in uns ist, mit uns ist, besonders in dieser schwierigen Zeit.

Während der ersten Monate der Pandemie in Brasilien habe ich mein Bestes gegeben, um meine Familienmitglieder davon zu überzeugen, vorsichtig zu sein und alles zu tun, um sich selbst, insbesondere unsere Mutter, zu schützen. Ich begriff jedoch, dass ich, egal was ich sagte, keine Kontrolle über ihre Handlungsweise hatte. Wieder übernahm der Glaube und ich legte alles in Gottes Hände, ich musste ihm Ängste und Sorgen überlassen.

Darüber hinaus wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, dankbar für alle Menschen zu sein, die Teil meines Lebens sind, und dass wir jede Gelegenheit schützen müssen, die wir haben, um mit diesen Menschen gut in Beziehung zu treten, weil das Leben kostbar, aber gleichzeitig zerbrechlich und kurz ist.

Quelle des Lebens

Nach Monaten in dieser Pandemie kann ich sagen, dass ich keine Ahnung habe, wie mein Leben ohne den Glauben an einen Gott wäre, der die Quelle des Lebens und eine tröstende Gegenwart für alle ist, besonders inmitten von Tod und Leiden.

Mein ständiges Gebet für diese Zeit kommt von den Worten Jesu an seine Jünger: „Auch wenn ihr Probleme in der Welt habt, habt Mut! Ich habe die Welt überwunden“ (Joh.16,33).

Sr. Maria do Livramento M. Oliveira, smic

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